Die Haltung
Echte Tazi-Liebhaber taten alles, um diese Rasse rein zu halten. Nie wurde ein
solcher Hund mit einer anderen Rasse gekreuzt. Diese Tradition wurde und wird bis heute
beibehalten.
In den Städten ist dieser Hund kaum oder gar nicht zu finden. In
manchen kleineren Ortschaften gibt es Hunde, die dem Tazi ähneln. Dies sind aber
keine reinrassigen Tazis. Oft laufen sie herrenlos umher. Keiner kümmert sich um
diese Hunde.
Als die ersten Gastarbeiter aus Deutschland wieder in ihre Heimat zurückkehrten, konnten sie
über die Haltung von Windhunden in Europa berichten. Es gibt Bauern, denen es nur um einen
schnellen Hund für die Fuchsjagd geht. Diese achten nicht auf die Reinerhaltung des Tazis.
Sie verpaarten den Tazi mit einem anderen Windhund. Doch die Nachkommen der beiden Rassen sind
Mischlinge.
Mehrmals im Jahr kommen die Jäger aus den verschiedenen Regionen
Kurdistans zu größeren Jagden zusammen. Während der Jagd werden die Hunde
beobachtet. Abends dann, wenn nach einem erfolgreichen Jagdtag ein Fest gefeiert wird, besprechen
sich die Halter über die Verpaarung bestimmter Hunde. Nur die guten Hunde, die Schnellen,
Schönen und Gesunden, werden zur Weiterzucht genommen. Gezüchtet wird nicht wie in
Europa. Auch werden keine Zuchtbücher geführt. Trotzdem weiß jeder
Tazi-Liebhaber, mit welchem Hund er seine Hündin verpaaren darf, um keine Inzucht zu
betreiben. Gezüchtet wird auch nur für den weiteren eigenen Bedarf. Wenn eine
Hündin welpt, sucht sich jeder, der einen Welpen bekommen soll, einen aus. Hat die
Hündin einen zu großen Wurf, werden die überschüssigen Welpen oftmals
getötet.
Wer einen echten Tazi sehen will, muss weite Wege übers Land in Kauf nehmen. Dort werden sie
von Leuten gehalten, die sie zur Jagd nutzen.
Der Tazi ist eine der ältesten Hunderasse. Er wird von seinem Halter als wertvoller Besitz
angesehen. Selbst die ärmsten Tazi-Liebhaber sind sehr darauf bedacht, dass ihrem Hund
nichts zustößt, denn er sorgt ja für so manch gefüllten Kochtopf.
Außerdem bessert er das Einkommen der Familie auf, wenn er erfolgreich bei der Fuchsjagd
ist. Die Felle lassen sich gut verkaufen.
Aber natürlich erfreut sich der Tazi auch bei den Großgrundbesitzern
größter Beliebtheit. Hier erhöht das stolze Tier das Ansehen seines Besitzers.
Der Halter achtet sehr darauf, dass der Tazi nicht mit einem Hund einer anderen Rasse verpaart
wird. Dies wird als Schande angesehen. Uns Europäern mag die Haltung der Hunde wohl etwas
fremd vorkommen.
Auf dem ummauerten Grundstück kann sich der Hund frei bewegen wie er mag. In der
heißen Jahreszeit schläft er oft draußen auf den Dächern der Häuser,
die mit Heu bedeckt sind. In der kalten Jahreszeit zieht es ihn mehr in die Stallungen, wo es
wärmer ist oder er findet ein warmes Plätzchen in den aus Kuhmist geformten und
getrockneten Stapeln, die zum Feuer machen benutzt werden. Die Erziehung erfolgt behutsam und
ohne Druck. Es ist so gut wie ausgeschlossen, einen echten Tazi zu bekommen, es sei denn, man hat
gute Beziehungen, denn ein Perser wird niemals einen Tazi hergeben. Auch nicht für viel
Geld. Der Hund ist der Stolz des Menschen.
Der Tazi ist ein sehr eleganter Hund, der durch seinen Körperbau die Stärke,
die in ihm steckt, erahnen lässt. Die Fellfärbung reicht von rot, schwarz,
grau bis silbergrau, von creme, beige bis weiß und nicht zu vergessen, gescheckt
und black and tan.
Es gibt verschiedene Typen, einige mit mehr, andere mit weniger Befederung. Aber ein Tazi ist
immer an den Ohren und der Rute befedert. Die Typen unterscheiden sich aber auch im
Erscheinungsbild. Manche sind größer und kräftiger als andere. Dadurch hat man
die Möglichkeit, bei unterschiedlichen Jagden, unterschiedliche Typen einzusetzen. Gejagt
werden Hase, Fuchs, Gazelle, Steinbock und Schafbock.
Ab dem zarten Alter von sechs Monaten begleitet der junge Tazi erstmals die Jagdgesellschaft, um
von seinen Kameraden durch Zusehen zu lernen. Erst ab einem Jahr darf er dann selber mit jagen,
wenn er die Jagdtechnik erlernt hat.